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20. Mai 2026 · 4 Min. Lesezeit

Cut the Bullshit

Wir sind einem Überangebot ausgesetzt. In jedem Lebensbereich.

Folgend drei Beispiele.

Du willst fitter sein? Entscheide dich zwischen 100 verschiedenen Fitness-Trackern, die alle deine Gesundheit bis ins letzte Detail aufzeichnen und analysieren. Entscheide dich zwischen unzähligen Fitness-Philosophien und den neuesten Trendsportarten, die dir alle schnelle Ergebnisse versprechen. Entscheide dich zwischen unvorstellbar vielen Fitness-Gadgets, Ernährungsformen und Apps.

Du willst produktiver arbeiten? Probiere dieses und jenes KI-Tool aus. Das ist jetzt erst ganz neu herausgekommen. Probiere diese Selbstmanagement-Methode aus oder lies dieses Produktivitätsbuch. Probier diese Software für Task-Management aus oder nutze das angesagteste Framework, das aktuell auf dem Markt ist.

Du willst Unterhaltung? Wühle dich durch 10.000 verschiedene Podcasts. Suche stundenlang nach der passenden Netflix-Serie. Laufe durch den fünfstöckigen Buchladen.

Diese Liste ließe sich noch endlos lang weiterführen. Wir leben in einer Welt voller Möglichkeiten, zu vieler Möglichkeiten. Unser Gehirn macht das irgendwann nicht mehr mit.

Ich weiß nicht mehr in welchem Kontext, aber in irgendeinem ruhigen Moment kam mir der Gedanke: „Cut the Bullsh*t”.

Seitdem versuche ich, mein Leben radikal zu vereinfachen, nicht in einem Selbstoptimierungswahn, sondern motiviert von dem Wunsch, den Wald trotz aller Bäume sehen zu können.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Ich liste jetzt einfach mal alle Beispiele auf, die mir einfallen, durch die verschiedensten Lebensbereiche hinweg:

Arbeit

  • Ich verwende eine extrem simple Methode zum Selbstmanagement: Get Things Done.
  • Ich verwende genau ein KI-Tool: Claude.
  • Ich bediene eine extrem enge Zielgruppe in meinem Unternehmen: B2B Software & Tech-Unternehmen.
  • Ich fokussiere mich dabei auf eine Technologie: HubSpot.
  • Ich verwende dazu zwei Hardware-Devices: mein Laptop und mein iPhone.
  • Ich halte Meetings nur dann, wenn es unbedingt nötig ist.

Gesundheit

  • Ich nehme ganz wenige, essentielle Supplements.
  • Ich mache absolut klassische Grundübungen im Fitnessstudio.
  • Mein Lauftraining beschränkt sich auf vier Trainingsformen.
  • Mein Radtraining sogar nur auf zwei.
  • Genauso wie mein Schwimmtraining.
  • Ich habe meinen völlig nutzlosen Schlaftracker abgelegt.

Alltag

  • Es gibt ein paar wenige Lebensmittel, die einfach immer in meinem Einkaufswagen landen.
  • Meine Strategie zur Geldanlage lässt sich in drei Sätzen erklären.
  • Ich habe ein paar Outfits, die ich gerne trage und keinen unnötig vollen Kleiderschrank.
  • Ich habe so gut wie alle Benachrichtigungen auf meinem Handy deaktiviert.
  • Ich leere einmal am Tag meine ganzen Inboxen, so dass wenigstens für einen Moment überall eine 0 steht.

Was für viele Menschen unglaublich langweilig klingt, ist in der Realität ein Anker. Ein Anker in einer Zeit, in der wir von innerer Unruhe geprägt sind.

Das ist kein Aufruf dazu, nichts Neues auszuprobieren. Im Gegenteil, probier neue Dinge aus, aber bewusst und fokussiert. Ansonsten hast du so viel Lärm im Kopf, dass du nie zur Ruhe kommst.

Cut the Bullshit.